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Reisebericht

 

Rumänien ist sehr gut auf dem Landweg über Ungarn zu erreichen. Wer mit dem Auto fährt, kommt über die Autobahnen auch in Ungarn recht schnell bis zur rumänischen Grenze. Nur die ungarische Hauptstadt Budapest sollte man dabei möglichst weiträumig umfahren (kilometerlange Staus um Budapest). Für einen Besuch von Budapest sollte man schon einen eigenen Trip oder Urlaub planen!

Für die Einreise nach Rumänien reicht ein Reisepass oder der Ausweis. In Rumänien selbst kommt man nicht so schnell voran, da es nur wenige Autobahnen gibt. Man fährt auf den Landesstraßen (ähnlich Bundesstraßen) oder einfachen Landstraßen. Die Infrastruktur entlang der Straßen ist sehr gut, mit relativ vielen Tankstellen und modernen Tankstellen-Shops.

In den größeren Städten findet man in den Gewerbegebieten um die Städte inzwischen alle großen Supermärkte. Die Preise entsprechen etwa unserem Niveau. Eine gute Alternative sind die günstigen Bauernmärkte in jedem Ort.

Eine Anreise nach Rumänien mit der Bahn war vor einigen Jahren noch umständlich, ist aber heute kein Problem mehr. Der öffentliche Verkehr mit Bussen ist inzwischen sehr gut, so daß man jedes Dorf erreichen kann. Die Busstationen ausfindig zu machen, ist aber nicht immer leicht. Die Rumänen helfen jedoch gern.

Zu Gebirgstouren in den Karpaten und zum heutigen Zustand der Hütten und Unterkünfte dort findet man ausführliche Informationen und Tipps auf der Seite vom "Karpaten-Willi" www.karpatenwilli.com

Gute Pensionen und Unterkünfte gibt es nach Aussagen unserer Wanderfreunde bereits überall im Land.

Rumänien ist ein Land der Vielfalt in den verschiedenen Provinzen und Landesteilen. Die Landesteile sind grob genommen eingeteilt in: Banat, Apuseni und Maramures (westlicher Teil des Landes an der ungarischen Grenze hinauf zur ukrainischen Grenze), Siebenbürgen (Transsilvanien, zentral im Karpatenbogen gelegen), Moldau und Bukovina im nordöstlichen Teil Rumäniens (Moldauklöster), die Steppenlandschaft der Walachei mit Bukarest im Süden und der Schwarzmeerregion mit dem Donaudelta im Osten. Jede Region ist einzigartig in Geschichte, Landschaft, Kultur und Tradition.

Im Banat lebten bis 1989 fast ausschließlich die Banater Schwaben, in Siebenbürgen die Siebenbürger Sachsen, in Apuseni und Maramures, sowie Bokuwina und Moldau vorwiegend ungarische Bevölkerung (bis heute), in der Walachei und Schwarzmeerregion vorwiegend rumänische Bevölkerung, wobei alle Regionen auch durch andere Nationalitäten und Minderheiten geprägt und vermischt sind.

Besonderheiten der Maramures sind die kunstvollen Holzschnitztraditionen an den Häusern und Toren der Gehöfte und ganz besonders die gänzlich aus Holz errichteten Holzstabkirchen (zum Teil Unesco Weltkulturerbe).

Quasi "daneben" liegen in der Provinz Moldau die "Moldauklöster", ebenfalls Unesco-Weltkulturerbe, aufgrund ihrer einzigartigen äußeren Bemalungen mit Pflanzenfarben, die seit 500 Jahren allen Witterungsbedingungen trotzen.

Weiter im Süden befindet sich die traditionsreiche Region von Siebenbürgen (Transsilvanien), wo die Siebenbürger Sachsen seit dem 12. Jhd. ihre wehrhaften befestigten Handelsstädte und Dörfer mit Wehrkirchenburgen errichteten. Einige der großen Kirchenburgen gehören heute zum Weltkulturerbe.

Kronstadt und Hermannstadt sind moderne Großstädte mit mehr als 200.000 Einwohnern und einem Gürtel aus Plattenbauten um die Altstädte herum. Umso so schöner wirken die intakten und strukturell gewachsenen Altstädte. Siebenbürger Sachsen trifft man heute kaum noch an, die Meisten verließen nach 1989 das Land.

Die Region um das Bucegi Gebirge (kurz hinter Kronstadt) und um den Kurort Sinaia war schon immer Touristenregion. Ein Abstecher nach Sinaia lohnt sich, sei es zur Besichtigung von Schloß Peles und Kloster oder zum Wandern im Bucegi.

Die Walachei, in der Bukarest liegt, ist eben und steppenartig, mit vielen Industriebauten. Bukarest bietet nicht viel Sehenswertes. Die Stadt wurde erst um 1900 ausgebaut und ein wenig nach dem Pariser Vorbild bebaut (Triumpfbogen, repräsentative Bauten).

Schloß Bran (Nähe Brasov-Kronstadt) konnten wir leider nicht mehr besuchen. Das kleine verwinkelte Schloß wird heute als Dracula Schloß vermarktet, obwohl Dracula niemals dort lebte. Ein Abstecher von Brasov dorthin ist aber sicher lohnenswert.

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© Heidrun Saar