Kronstadt,Fagarasch,Berge, Moldauklöster,Schloß Peles, Corvinestilor, Hunedoara,Prejmer, Holzschnitzkunst, Rodna, Bukarest, Kulturhauptstadt 2007"> Länder Reisen Abenteuer

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Rundreise Rumänien im Mai 2007 

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Nachdem ich vor vielen Jahren mit dem Rucksack durch die Gebirge der Karpaten gestreift war und zweimal mit dem Boot durchs Donaudelta paddelte, wurde es endlich mal wieder Zeit nach Rumänien zu reisen.

Diesmal entschieden wir uns für eine einwöchige (leider gibt es nur sehr wenige touristische Angebote) "Kultur-Bus-Rundreise", die uns zu den berühmten Moldauklöstern, nach Siebenbürgen und Bukarest führte.

Rumänien ist ein interessantes Land, mit reizvollen Landschaften und Bergen, einer zweitausendjährigen wechselvollen Geschichte, reich an mittelalterlichen Kunst- Kultur- und Baudenkmälern sowie offenen, herzlichen Menschen.

Unsere Busrundreise führte uns zunächst über Ungarn in die Maramures, dem Landesteil im Norden an der ukrainischen Grenze. In der Maramures haben sich einzigartige Traditionen entwickelt, die das Land auf besondere Weise prägen. Hier sind die berühmten Holzschnitzer zu Hause. Viele alte Häuser und Kirchen sind aus Holz und ein prächtig geschnitztes Holztor ist der Stolz eines jeden Bauernhofes. Besonders schön und reizvoll sind die Holzstabkirchen, gänzlich aus Holz errichtet, mit einem schlanken, spitzen, in den Himmel stürmenden Kirchturm.

Hier besuchten wir auch den "fröhlichen Friedhof" in Sapanta. Der Künstler Stan Ion Patras schuf geschnitzte und bemalte Holzkreuze, die in Bildern und fröhlichen Versen vom Leben der Verstorbenen erzählen.

Entlang des Rodnagebirges und über den Prislop-Pass erreichten wir die Moldauregion und die Moldauklöster. Die Klöster (44 an der Zahl in hügeliger und wechselhafter Landschaft verstreut) waren Stiftungen der rumänischen Herrscher (beginnend vom Jahr 1530 an) nach erfolgreichen Schlachten gegen die Türken. Berühmt sind die farbenprächtigen Aussenmalereien aus Planzenfarben, die nunmehr schon mehr als 500 Jahre den Witterungsbedingungen trotzen. Die Malereien dienten dem leseunkundigen Volk als "Bibel der Armen". Sie stellen biblische Szenen dar, aber auch Szenen aus der Geschichte und politischen Ereignissen (z.B. die Eroberung Konstantinopels durch die Türken).
Heute gehören die Klöster zum Unesco Weltkulturerbe. Nur einige von ihnen konnten wir besuchen, so u.a. Kloster Moldovita (von 1532) und Kloster Voronet (von 1488). Das große Kloster Neamt stammt aus dem 14. Jahrhundert. Die Anlage beeindruckt durch seine Größe und die zahlreichen Priesterseminare und Ausbildungsstätten. Das Nonnenkloster Agapia stammt aus dem 17. Jahrhundert. Sehr viele der zahlreichen Nonnen wohnen in den umliegenden Dörfern.

Typisch für die Moldauregion sind die teils sehr farbigen Holzhäuser mit Holzschindeln oder Verzierungen und besonders die typischen Brunnenhäuschen in jedem Gehöft. Das Wasser ist kalt, erfrischend und schmeckt sehr köstlich (spezifischer Mineralgehalt). Diese Brunnen sind ein geliebter und sorgsam gehegter Schatz ihrer Eigentümer.

Unsere Reise ging weiter von der Moldauregion nach Siebenbürgen. Im 12. Jahrhundert kamen die ersten deutschen Siedler in dieses Gebiet (vom ungarischen König berufen zum Schutz gegen die Mongolen und Tartaren) und nannten es Siebenbürgen, nach den sieben Städteburgen (Stühlen), die sie hier errichteten: Kronstadt (Brasov), Hermannstadt (Sibiu), Schässburg (Sighisoara), Klausenburg (Cluj-Napoca), Mediasch (Mediasch), Mühlbach und Bistritz (Bistrita).
Wir besuchten die Städte Kronstadt und Hermannstadt mit ihren mittelalterlichen Stadtkernen. Die gut erhaltenen Altstädte sind heute sehr schön restauriert und erstrahlen in neuem Glanz. Hermannstadt wurde 2007 europäische Kulturhauptstadt.

Interessant ist eine Reise zu den einmaligen Kirchenburgen der Siebenbürger Sachsen, die einzigartig in der Welt sind und von denen es noch hunderte in den Dörfern Siebenbürgens gibt. Diese Burgen wurden zum Schutz gegen die Türkeneinfälle um die Kirchen herum erbaut. Diese Wehranlagen boten dem gesamten Dorf Schutz und Verteigung mit Wohn- Arbeits- Vorratsräumen und der Kirche im Mittelpunkt. So konnten sich die Bewohner wochenlanger- ja monatelanger Belagerung widersetzen. Wir besuchten die östlichste Kirchenburg Tartlau (rum. Prejmer), die 1427 errichtet wurde. 14 Meter hohe und 3 Meter dicke Mauern, sowie ein 30 Meter langer Eingangstunnel schützten die Kirchenburg.

Von Brasov (Kronstadt) aus ging die Reise weiter in den Kurort Sinaia am Fuße des Bucegi Gebirges. Schon vor hundert Jahren war Sinaia Kurort, dessen noble Villen an den Berghängen zu finden sind, während moderne Hotels einen Teil des Ortsbildes heute prägen. Neben einem Ausflug mit der Seilbahn auf über 2000 m ins Bucegi Gebirge (Talstation Sinaia), besuchten wir das Kloster von Sinaia und natürlich Schloss Peles. Schloss Peles wurde vom ersten rumänischen König Carol I. von Hohenzollern-Sigmaringen 1866 als Sommerresidenz erbaut. Das "kleine Märchenschloss" in den Bergen ist heute für die Rumänen ein bedeutendes Geschichtsdenkmal (erster rumänischer König) und so pilgern ganze "Massen" dorthin. Wir machten deshalb den Ausflug erst gegen Abend.

Ein Tagesausflug von Sinaia führte uns in die Hauptstadt nach Bukarest.
Die ebene, staubige, von Industriebauten geprägte Steppe der Walachei, in der Bukarest liegt, bietet keinen besonders schönen Anblick. Bukarest selbst ist nicht sonderlich interessant. Die erste Blütezeit erlebte Bukarest um 1900, als man nach dem Vorbild der französischen Hauptstadt zu bauen begann.
Die letzten geschichtlichen Zeugnisse einer Altstadt Bukarests (mehrere Quadratkilometer) wurden durch den Diktator Ceaucescu mit dem Bau des riesigen "Palastes des Volkes" vernichtet. Wir besichtigten diesen umstrittenen Bau, der heute teils vom Parlament genutzt wird. Desweiteren besichtigten wir den Palast und die Kirche des Oberhauptes der Rumänischen Orthodoxen Kirche.

Ein Kontrast dazu war dann der Besuch des Dorfmuseums in Bukarest, in dem sehr viele verschiedene Bauernhäuser aus allen Teilen des Landes und Jahrhunderten ausgestellt sind. Am gerade stattfindenden Folklorevestival im Museumsgelände konnten wir die Vielfalt der verschiedenen Trachten aus allen Landesteilen sehen.

Den Abschluß unserer Reise bildete der Besuch des impossanten Schlosses Cornivestilor in Hunnedoara, bevor die Rückreise über Ungarn nach Deutschland erfolgte.

Die Reise 2007 war eine interessante Reise in ein im Umbruch befindliches Land, das Moderne und Traditionelles nebeneinander zu bieten hat.

Für uns stand fest, wir können noch Einiges entdecken und kommen bestimmt mal wieder.

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