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Peru Reisebericht

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Rundreise Peru November 2008

Südamerika und speziell Peru war schon lange unser Ziel, wegen der Anden, der Natur und auch der Kultur der Inkas und älteren Kulturen, wie z.B. den Nazcas. Die Beschäftigung mit dem großen Land (dreimal so groß wie Deutschland) stellte uns dann doch vor große zeitliche Probleme, wenn wir die Reise allein organisieren würden.

Wie sollten wir die großen Entfernungen in kurzer Zeit im Land bewältigen, lagen doch viele Naturschönheiten, Sehenswürdigkeiten und vieles mehr weit auseinander oder bei Inlandflug, zwischendrin. Zudem ist der Inka-Trail nach Machu-Picchu nicht mehr allein begehbar und meist schon ein Jahr im voraus ausgebucht, da die Zahl der zugelassenen Trekker stark reduziert wurde.

Also suchten wir nach einer organisierten Reise, bei der die Gruppe nicht zu groß sein sollte, möglichst viel von Land und Leuten zu sehen war und die Höhepunkte Perus dabei waren. Zudem sollte der sportliche Teil mit Wanderungen und Inka-Trail nicht zu kurz kommen.

Keine leichte Aufgabe. Aber dann fanden wir eine dreiwöchige Reise "Auf den Spuren der Inkas" bei Papaya-Tours, bei der dies alles stimmte und das Preis-Leistungsverhältnis ebenfalls. Und so buchten wir diese Reise für November, dem Sommeranfang in Peru.

Unser Flug ging von Frankfurt via Madrid nach Lima. Dort trafen wir auf unsere kleine europäisch-internationale Gruppe. Unsere Mitstreiter waren drei weitere Deutsche, acht Östereicher und ein Tscheche, sowie eine Slowakin. Unsere kleine Gruppe war "überschaubar" und erwies sich in den drei folgenden Wochen als sehr harmonisch.

Nach der Besichtigung des Zentrums von Lima ging es gleich am ersten Tag weiter auf der Panamericana durch die Küstenwüste nach Süden zu den Dünen von Huacacina. Von dieser kleinen Oase aus machten wir einen Ausflug zu den Ballestras-Inseln vor der Küste, die mit tausenden Seevögeln übersät sind und sich große Seelöwenkolonien tummeln. Auch Pinguine kletterten in den Felsen herum.

Ein anderer Ausflug ging zu einer Destille, wo das Nationalgetränk, der Pisco, hergestellt wird.

Unsere Reise ging nun weiter nach Süden nach Nazca, wo wir auf einem Rundflug über die Nazcalinien die geheimnisvollen Figuren von oben bestaunen konnten. Natürlich besuchten wir auch das kleine Museum von Maria Reiche, die ihr Leben der Erforschung der Linien gewidmet hatte. Ein Besuch des Gräberfeldes von Chauchilla gehörte ebenfalls zum Beichtigungsprogramm, bevor wir weiter nach Süden reisten Richtung Arequipa. Über tausend Kilometer auf der Panamericana entlang der Pazifikküste fuhren wir, bevor es in die Anden nach Arequipa, der weißen Stadt am Fuße mehrerer Vulkane ging.

Arequipa liegt auf etwa 2300m Höhe, aber Palmen und Grün lassen die Höhe vergessen. Die prächtige Altstadt aus weißem, vulkanischen Sillargestein gebaut, mit Kathedralen und schönen Altstadtgassen beeindruckte sehr. Natürlich besuchten wir auch das Kloster Santa Catalina, wo die Nonnen viele Jahrhunderte in absoluter Isolation lebten. Impossant grüßen auch die 5000der Vulkanberge um Arequipa.

Von Arequipa ging es nun weiter durch das Andenhochland, wo Lamas, Alpacas und wilde Vicunias auf großer Höhe weiden und das harte Pampagras fressen.
Höhepunkt war eine Schußfahrt mit dem Mountainbike vom Patapampa Pass mit über 4.800 m Höhe in den tausend Meter tiefer gelegenen Ort Chivay.

Von Chivay ging es auf der Piste zum Bergdorf Cabanaconde am Ende des Colca-Canyons, wobei wir noch auf der Fahrt am Abend am Kreuz des Kondors acht Kondore aus dem Colca-Canyon aufsteigen sahen!

Der folgende Tag wurde eine erste Härteprobe. Wir stiegen am Vormittag 1200m tief in den Colca-Canyon hinab zu einer kleinen Oase. Am Nachmittag ging es dann wieder hinauf nach Cabanaconde, das wir kurz vor Sonnenuntergang erreichten. Diese Tour war natürlich sehr anstrengend, zumal es sehr heiß und trocken im Canyon ist. An den Canyonhängen wachsen vorwiegend Kakteen.

Unsere Reise ging nun weiter nach Puno zum Titicacasee. Ein kurzer Besuch bei den Uros auf den schwimmenden Schilfinseln (sehr touristisch), dann gings mit dem Schiff weiter ins Dorf Llachon, wo wir unser Quartier bei Gastfamilien einnahmen. Ein kleines bescheidenes Zimmerchen in der Lehmhütte und ein Klohäuschen draussen waren unser "Luxus". Fließend Wasser gab es nicht und abends zwei Stunden Licht aus einer schwachen Glühbirne. Bekocht wurden wir mit schmackhaftem Essen von unseren Gastfamilien. Das bescheidene Leben im Dorf zu beobachten und im Dorfkramladen vorbeizuschauen, machten uns viel Spaß.
Hier am Titicacasee konnten wir uns auf knapp 4000m Höhe auch schon mal ganz gut akklimatisieren. Eine Wanderung auf einen Hügel auf 4200m bescherte uns einen tollen Rundblick auf den Titicacasee. Anschließend ging es per Segelboot zurück nach Llachon.
Eine kleine Geburtstagsfeier (Geburtstagskind aus der Gruppe) mit extra aus Puno beorderter Torte und anschließendem "Verkleiden" (Trachten unserer Gastgeber) machten allen sichtlich Spaß, bevor wir uns von den herzlichen Menschen vom Titicacasee (mit gegenseitig gesungenen Liedern) verabschiedeten. Ein gewaltiges Gewitter am Abend und das herrliche Naturschauspiel über dem Titicacasee erschienen uns wie ein Geburtstagsfeuerwerk zum Abschied!

Weiter ging die Reise wieder über das Anden-Hochland nach Cusco, der alten Inkahauptstadt. Die Stadt gehört zu den schönsten Städten Perus. Natürlich besuchten wir zahlreiche Sehenswürdigkeiten, aber um alles sehen zu können, braucht man wohl Wochen dazu. Impossant sind die alten Inkamauern und die mächtige Festung Saqusayhuaman über Cusco. In der Umgebung von Cusco, im heiligen Tal der Inkas gibt es noch vieles mehr zu entdecken, was wir leider aus Zeitgründen nicht schafften, denn die nächsten Tage ging es zum Inka-Trail.

Der Inka-Trail

Wir starteten bei Km 82 an der Bahnlinie Cusco-Aguas Calintes auf 2500m Höhe. Der erste Tag war nicht so anstrengend, der erste Übernachtungspunkt (immer in Zelten) lag auf 2900m. Unterwegs waren von oben sehr schön die Inkaruinen von Patallacta zu sehen.
Der zweite Tag war der anstrengendste. Es ging lange und steil tausend Höhenmeter hinauf zum 4215m hohen Paß Warmiwanusca, der am Mittag erreicht wurde. Leider hatten wir keine Sicht auf die umliegenden Berge. Vom Paß ging es hinunter auf 3500m zum nächsten Übernachtungspunkt.

Anstrengend auf dem Inka-Trail sind die hohen und manchmal sehr steilen Stufen, die auf die Gelenke gehen, aber natürlich auch die Höhe.

Der dritte Tag war nochmals anstrengend, da zwei fast 4000der Pässe zu bestreiten waren und es auf und ab ging. Da man aber zwischendurch immer wieder auf Inkaruinen trifft (teilweise Stationen der Inkaläufer-Boten) und Besichtigungspausen einlegt, erscheint alles weniger anstrengend. Zeitweise durchwanderten wir einen Teil Bergregenwald mit wunderbaren Orchideen und märchenhaft bemoosten Bäumen. Zwei von den Inkas durch die Felsen gehauhene Tunnel passierten wir ebenfalls, bevor wir unseren letzten Übernachtungspunkt bei Winay Wayna vor Machu Picchu erreichten.

Höhepunkt des vierten Tages war Machu Picchu. Gestartet wurde um 5.00 Uhr (da die Träger ins Tal mußten), aber das zeitige Aufbrechen lohnt sich nicht, wenn man klares Wetter erwartet. November ist nicht die trockendste Jahreszeit und der Bergregen-Nebelwald macht seinem Namen alle Ehre. Eine Stunde braucht man vom Übernachtungspunkt bis zum Sonnentor von Machu Picchu. Die ersten Sonnenstrahlen vom Sonnenaufgang hatten ein Meer von Nebel aus dem Tal aufsteigen lassen, so daß nichts zu sehen war. Vom Sonnentor läuft man noch ca. eine Stunde bis Machu Picchu. Die Umgebung von Machu Picchu ist phantastisch und die wallenden Nebel um die Kegelberge oder steilen Berghänge ein wunderbares Naturschauspiel. Machu Picchu hüllte sich ebenfalls in wallende Nebelfetzen, was den Ruinen eine noch geheimnisvollere und mystischere Atmosphäre verlieh. Wir hatten nun den ganzen Tag Zeit in den Ruinen zu verbringen. Im Laufe des Vormittags vertreibt die Sonne die Nebelschleier und mehr und mehr Touristen treffen ein. Die ganze Stadtanlage beeindruckt durch ihre Lage, die Baukunst, den steilen Terassen und ihre gesamte Größe. Auf Bildern verschwimmt oft der Eindruck der Größe und so ist es gar nicht so schlecht, wenn man ein paar Touristen in den Ruinen als Größenvergleich und Maßstab mit ins Bild bekommt.

Ab Mittag wird es langsam heiß und die Touristenmassen immer mehr, so daß wir den Nachmittag unten im Ort Aguas Calientes am Fuß von Machu Picchu verbrachten. Der Ort ist aber absolut touristisch. Da Aguas Calientes nur mit dem Zug erreichbar ist, müssen alle Touristen nach Machu Picchu mit dem Zug hierher anreisen oder eben über den Inka-Trail laufen. Wir reisten nun mit dem Zug zurück nach Cusco. Schade, daß wir die interessante Zugstrecke durch das wilde Urubambatal nur kurz genießen konnten, denn 18.00 Uhr wird es dunkel und der Zug erreicht Cusco erst gegen 22.00 Uhr.

Ein "Ausspanntag" in Cusco war sehr angenehm, bevor es im Flug über die Anden nach Puerto Maldonato ins Amazonasgebiet ging.

Schön ist die Stadt Puerto Maldonato im Dschungel nicht, aber es ging ja auch gleich in einem Boot zwei Stunden auf dem Rio de Madre de Dios zu unserer Dschungellodge, der Eco-Amazonia-Lodge. Ein Ausflug am Abend zur Affeninsel verschaffte uns einen ersten Dschungeleindruck. Hier war wieder alles ganz anders: Klima, Natur und Umgebung. Die Dschungelgeräusche sind einmalig. Den ganzen nächsten Tag verbrachten wir mit einer ausgedehnten Dschungelwanderung, wobei es sehr zeitig früh losging, in der "Kühle" des Morgens.
Unser einheimischer Führer erzählte und zeigte uns so viele interessante Dinge auf dieser Tour, daß wir mit Informationen geradezu vollgestopft zurückkehrten. Dennoch ließen wir es uns nicht nehmen, noch eine zweistündige Führung durch den in der Lodge angelegten botanischen Garten anzuschließen, bevor es mal wieder schlagartig dunkel wurde. Was der Dschungel an vielfältigem Pflanzenreichtum zu bieten hat, die in der Medizin eine große Rolle spielen, erfuhren wir mit Erstaunen und Bewunderung. Zudem praktizieren in Peru noch immer unzählige Schamanen, dessen Wissen um die Heilkräfte verschiedener Pflanzen ein wahrer Schatz sind.

Obwohl die Zeit im Dschungel nur kurz war, gab es dennoch Zeit, mal in der Hängematte zu baumeln oder eine Runde im Pool zu schwimmen, die Vögel zu beobachten oder den Dschungelgeräuschen zu lauschen.

Nach drei Wochen Peru durch Wüste, Andenhochland und Dschungel ging es dann per Flug nach Cusco zurück. Von dort per Flug nach Lima und schließlich via Madrid nach Frankfurt, wo uns das kalte und graue Novemberwetter von Deutschland empfing!

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© Heidrun Saar