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Marokko

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Langer Bericht

 


Marokko ist ein sehr großes Land mit sehr unterschiedlichen Klimazonen, vom mediterranen Klima im Norden bis zum trockenen heißen Wüstenklima der Sahara im Süden. Dazwischen liegt die Klimascheide des Hohen Atlas, mit seinem eigenen Hochgebirgsklima und Bergen bis über viertausend Meter Höhe.

Beste Reisezeit sind das Frühjahr und der Herbst. Im Sommer ist es im Süden unerträglich heiß, im Winter sind teilweise die Atlaspässe aufgrund von Schneefällen geschlossen. Auf jeden Fall kann es in den höher gelegenen Regionen des Atlas-Gebirges zu jeder Jahreszeit sehr kalt werden (siehe langer Bericht).

Die Einreise erfolgt für Deutsche mit einem noch sechs Monate gültigen Reisepaß. Die Dauer des Aufenthaltes ist auf 3 Monate beschränkt. Von Deutschland kann man recht günstig mit einem Ferienflieger (z.B. nach Agadir) fliegen. Die Überland-Busverbindungen sind in Marokko sehr gut. Die staatliche Buslinie CTM, die gleichzeitig die Post transportiert, ist zwar günstig, aber wenig komfortabel. Besser man greift auf die privaten Linien zurück, die klimatisierte Reisebusse unterhalten. Anlaufpunkt sind die Busbahnhöfe. In ländlichen Gegenden oder Gebirgsregionen sind die vielen kleinen Transporter, Minibusse und Sammeltaxis die gängigsten Transportmittel. Der Preis muß vorher ausgehandelt werden.

Offizielle Amtssprache ist arabisch, daneben hat französisch sehr große Bedeutung. Die meisten Marokkaner sprechen und verstehen französich und wichtige Hinweisschilder sind in arabisch und französisch ausgewiesen. Mit Englisch kann man recht wenig anfangen.

Der Tourismus entwickelt sich inzwischen zu einem wichtigen Wirtschaftszweig, weshalb die Infrastruktur ständig verbessert wird. Alle wichtigen Touristenzentren unterhalten Touristenbüros mit Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Hotels, Restaurants, Übernachtungs- und Reisemöglichkeiten.

In Marokko gibt es in den Touristenzentren zahlreiche internationale Hotelketten und Luxushotels, sowie Hotels aller Preisklassen.

Wer individuell unterwegs ist und in ländlichen Gebieten, kann sich preisgünstig in den vielen kleinen Hotels vor Ort einquartieren. In der Regel werden sie von den Einheimischen frequentiert. Allerdings ist der Standard sehr einfach, Toiletten und Duschen oft gemeinschaftlich. Über die hygienischen Verhältnisse sollte man sich deshalb vorher ein Bild machen und abwägen.

In jeder größeren Stadt gibt es auch Campingplätze. Sie sind sehr einfach in ihrer Ausstattung. In vielen Reiseführern wird auf die mangelnde Hygiene und Diebstähle an der Tagesordnung hingewiesen.

Als Bergtrekker mit eigenem Zelt, haben wir es auch mit dem Zelten in den Städten Marokkos versucht. Ob es nur an dem "bescheidenen Zelt" oder der Nebensaison lag, vermögen wir nicht zu sagen. Jedenfalls wurden wir nie bestohlen. Wertsachen sollte man allerdings nie im Zelt lassen und stets bei sich tragen. Unsere Erfahrung war, daß es sehr vom Engagement der Zeltplatzbetreiber oder Inhaber abhing, wie sicher und hygienisch ein Campingplatz war. Auch hier war ein kritischer Blick oder geübtes Auge zuvor gefragt.

Marokko ist ein sehr sicheres Reiseland. Abgesehen von Taschendiebstählen in den engen Gassen der Altstädte (immer acht auf Papiere und Geld legen) gibt es für Ausländer nichts zu befürchten. (Vorsicht jedoch vor Drogen oder deren Besitz).

Die Marokkaner sind sehr freundlich, gastlich und gehen unverfangen auf Fremde zu, so daß eine Einladung nichts Ungewöhnliches ist. In den großen Städten wird man meist von Händlern und sogenannten "Führern" belästigt. Seit einiger Zeit gibt es die "Touristenpolizei" in Zivil, die solche Belästigungen unterbinden soll. Wer sich nur kurz in den Touristenzentren aufhält und darum weiß, wird deshalb kaum ein Problem haben.

Die marokkanische Küche ist sehr schmackhaft, würzig und abwechslungsreich. Das Nationalgericht Tajine gibt es in unterschiedlichsten Varianten und besteht hauptsächlich aus einer reichhaltigen Mischung Gemüse, manchmal Obst (Pflaumen), verschiedener Gewürze und Kräuter und unterschiedlichem Fleisch (Huhn, Lamm usw.), dazu Kartoffeln oder Reis.

Wer sich daran hält, kein ungewaschenes Obst zu essen, nur abgekochtes Wasser oder Mineralwasser zu trinken und nur gekochte Speisen zu sich nimmt, dürfte keine großen Probleme bekommen.

Die Berge des Hohen Atlas sind noch wenig touristisch erschlossen. Es gibt keine Karten vor Ort zu kaufen und es gibt auch keine markierten Wege. Einige Touren sind trotzdem ganz gut zu machen, da die Pfade Gebirgsdörfer miteinander verbinden. Die Besteigung des höchsten Atlasberges, des Tjebel Toubkal (4167m), ist aufgrund der Neltnerhütte in ca. 3200 m Höhe als Stütz- und Ausgangspunkt recht gut zu bewältigen.

Im Mittleren Atlas gibt es einige interessante, touristisch erschlossene Orte, die sich besonders im Winter als Skiorte (mit Skilift) immer größerer Beliebtheit auch bei den europäischen Wintersportlern erfreuen.

Im Süden des Hohen Atlas erstreckt sich das große Wüstenplateau vom Hohen Atlas hinunter in die Sahara. Viele Flüsse aus dem Atlas haben große Canyons in das Plateau gegraben, so die Todraschlucht, Daadesschlucht und andere.

Die Oasenbänder entlang der Flüsse in die Wüste sind die Heimat der Kasbahs, der Wehrdörfer und Burgen der Berber aus Lehm. Sie boten über viele Jahrhunderte Schutz vor fremden kriegerischen Stämmen. Die bekanntesten Wehrdörfer (wie Aid Benhaddou) gehören heute zum Weltkulturerbe.

Drei Wochen waren leider zu kurz, auch die Königsstädte Meknes und Fes, die Städte Rabat und Casablanca, den mittleren Atlas und viele andere sehenswerte Orte und Gegenden in Marokko zu besuchen.

Ein Grund für uns, einmal wiederzukommen!

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© Heidrun Saar