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Reisebericht

 

Korsika

Die schöne, durchweg bergige Insel im Mittelmeer kann man über zahlreiche Flughäfen in Deutschland erreichen oder über die Fähren aus Frankreich und Italien.

Korsika gehört heute zu Frankreich, hat aber eine sehr wechselvolle interessante Geschichte hinter sich, was den Freiheitswillen der Korsen nie gebrochen und bis heute gestärkt hat. Die Korsen sind ein stolzes Hirtenvolk. In den Sommermonaten ziehen die Hirten mit ihren Schafen und Ziegen in die Berge und leben in kleinen Bergerien, wo sie Schaf- und Ziegenkäse herstellen.

In den letzten Jahrzehnten wurde die herrliche, grandiose Bergwelt Korsikas durch Nationalparks unter Schutz gestellt. Gleichzeitig entstanden unterhaltene Fernwanderwege wie der GR 20, die dem Wanderer die Bergwelt erschliessen und den Hirten bescheidene Einkünfte sichern. Es bestehen immer Zeltmöglichkeiten an wenigen Schutzhütten und an den Bergerien. Die Einnahmen fliessen zum Teil in den Erhalt der Wege zurück. Unterwegs in der Natur darf nicht gecampt werden, so dass die Etappen jeweils zur nächsten Hütte oder Bergeries geschafft werden müssen.

Und diese Etappen sind auf dem GR 20 mitunter sehr, sehr anspruchsvoll, zumal große Höhenunterschiede zu bewältigen sind, man die gesamte Ausrüstung trägt und das wechselnde Klima auf unterschiedlichen Höhen sehr zu schaffen machen kann.

Mediterranes Klima mit heissem und trockenem Sommer findet man an der Küste bis 400m Höhe vor. In der Übergangszone von 400 bis 900m sind die Temperaturen schon wesentlich angenehmer. In diesem Bereich findet man die Vegetation der Macchia, ein undurchdringlicher Dschungel aus Dornengestrüpp. In Höhen zwischen 900 und 1500m finden sich oft ausgedehnte schattige Kiefernwälder. Die Korsische Kiefer stellt eine eigene, nur auf der Insel vorkommende Art dar, mit einem mächtigen, impossanten Stamm.

Ab 1500m herrscht alpines Klima, das auch mit Sturmwinden, Temperaturstürzen und Schneefall aufwarten kann. Viele Gipfel im Zentralgebirge überragen die 2000m Höhe. Der höchste Gipfel ist der Monte Cinto mit 2706 Metern.

Durch die spektakuläre Bergwelt Korsikas gibt es zahlreiche Fernwanderwege, wobei der GR 20 von Süd nach Nord der längste, anspruchsvollste und alpin schönste ist. Daneben gibt es noch die kürzeren Wege Mare e Monti (vom Meer zu den Bergen) und drei Mare a Mare (von Meer zu Meer) Wege.

Drei Wochen für den gesamten GR 20 von Conca (im Süden) nach Calenzana (im Norden) sollte man einplanen. Für eine kürzere Tour bietet sich der Einstieg in den GR 20 von Vizzavona (900m hoch) aus, das man mit der Bahn erreichen kann. Die Tour nach Norden auf dem GR 20 von Vizzavona nach Calenzana ist die wohl schönste Strecke des GR 20.

Drei Bahnverbindungen der Schmalspurbahn gibt es auf Korsika: von Bastia nach Ajaccio im Süden über Vizzavona, von Bastia nach Calvi und von Ajaccio nach Calvi.

Eine Zugfahrt z. B. von Bastia nach Vizzavona ist ein einmaliges Erlebnis. Schraubt sich doch der kleine Zug von Meereshöhe auf 900m Höhe durch zahlreiche Tunnel über Brücken durch die herrliche Bergwelt, durchbricht bei Vizzavona in einem Tunnel den Kamm der Berge, um dann wieder hinunter nach Ajaccio ans Meer zu gelangen.

Die Züge verkehren auf der eingleisigen Strecke allerdings nur zweimal am Tag. Wer den Vormittagszug verpasst hat... muß auf den Nachmittagszug warten. Auch die Busverbindungen sind auf der Insel nicht allzu üppig. Mitunter verkehrt nur einmal am Tag ein Bus. Da heisst es gut planen oder sich in Geduld üben.

Die einzelnen Etappen des GR 20 zu beschreiben würde hier den Rahmen sprengen. Wer ihn in Angriff nimmt, dem empfehle ich das Buch aus der Reihe OUTDOOR Trans-Korsika: GR 20 vom Conrad Stein Verlag ISBN 3-89392-640-2. In diesem Buch sind alle Etappen bestens beschrieben mit Höhenprofilen, Unterkunftsmöglichkeiten, Verpflegungsmöglichkeiten, Alternativrouten, Verbindungen usw.

Nach einer schönen Tour durch die korsischen Berge bieten sich zur Erholung die vielen kleinen, malerischen Küstenorte an. Wir besuchten die Gegend von Porto und waren beeindruckt von der Natur und Schönheit der Gegend und Küste.

Sicher gibt es noch viele interessante Orte und Küstengegenden, Wandertouren und Sehenswürdigkeiten auf Korsika. Leider blieb uns nur Zeit, einen Teil davon kennenzulernen.

Aber es hatte sich gelohnt!

Ein kurzer Kartenüberblick über Korsika:

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© Heidrun Saar