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Korsika 2005, Fernwanderweg GR 20

Es war ein ganz unerwarteter Zufall, der uns nach Korsika führte.

Hatten wir doch günstige Flugtickets geschenkt bekommen..., aber keines unserer Wunschziele konnten wir damit anfliegen...ausser schliesslich Korsika.

So beschlossen wir, im August von Berlin nach Bastia auf Korsika zu fliegen und den Fernwanderweg GR 20 durchs Gebirge zu erkunden. Von Wanderweg kann allerdings keine Rede sein... nur wussten wir das zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Wir beschlossen den nördlichen und wohl schöneren Teil des GR 20 zu trekken. Ausgangspunkt war Vizzavona (900m hoch gelegen), das wir mit der korsischen Schmalspurbahn von Bastia aus erreichen konnten.

Es wurde eine harte Tour! Von nun an ging es ständig bergauf und bergab. Die Touren sind sehr anspruchsvoll und haben mit einem Wanderweg wenig zu tun. Bis 1600m zu bewältigende Höhenunterschiede auf einer Etappe sind nicht ungewöhnlich. Das Bild zeigt das Höhenprofil der einzelnen Etappen des nördlichen GR 20 ab Vizzavona.

Geht es steil ins Tal hinab, macht das heiße Klima im Sommer auf Korsika dem Trekker das Leben zusätzlich schwer. Sehr erholsam ist dann ein Bad in einer der vielen Badegumpen am Weg, in denen sich das eisige Gebirgswasser sammelt und natürliche Badebecken bildet.

Ein Zelt muß unbedingt mitgenommen werden, denn die Hütten bieten wenig Platz und meist nur Notunterkünfte. Mitunter erreicht man nur eine Bergeries der Schaf- und Ziegenhirten, die keine Unterkunftsmöglichkeiten, in den meisten Fällen jedoch Bewirtung bieten. Im Sommer halten sich die Hirten in den Bergen in diesen Bergerien auf und man kann herrlich frischen Ziegen- oder Schafskäse kaufen.

Der GR 20 erschließt das rauhe und schroffe Bergland des korsischen Inlands. In wechselnden Höhen geht es vorbei an bizarren Felsformationen, durch knorrige Kiefernwälder, über rauhe Hochebenen, tiefen Tälern auf Höhen mit spektakulären Aussichten auf die Bergwelt Korsikas.

Obwohl es im Monat August nur drei Regentage geben soll, hatten wir auf den letzten Etappen doch anhaltend schlechtes Wetter. So liessen wir die letzten Etappen hinunter nach Calenzana aus und stiegen von der Bergeries de Ballone nach Calasima ab. Verlässt man die Berge und den korsischen Wald erreicht man im Tal die Vegetation der Macchia, ein undurchdringlicher Dschungel aus Dornengestrüpp, in dem viele Wildkräuter, Wildpflanzen und Beerensträucher wachsen.

Von Calasima fuhren wir mit dem Bus an die Küste in den malerischen Ort Porto. Die enge Bucht von Porto, mit bis zu 1800m aufragenden Felswänden, gehört zum Naturerbe der UNESCO. In einem duftenden Eukalyptuswald in der schmalen Talsenke liegt der Campingplatz. Porto ist ein wunderbarer Flecken zur Erholung, zum Baumeln und Bummeln, aber auch mit vielfältigen Möglichkeiten für sportliche Betätigung.

Bevor wir von Porto nach Calvi mit dem Bus weiterreisten, stiegen wir unterwegs am Col del la Croix aus um den malerischen Ort Girolata zu besuchen. Vom Pass erreicht man den Ort auf einem zweistündigen Wanderweg. Ansonsten ist Girolata nur noch über das Meer zu erreichen. In diesem winzigen malerisch gelegenen Ort kann man die Seele baumeln lassen und in Ruhe ein paar schöne Wanderungen zur Halbinsel Scandola unternehmen. Scandola steht unter Naturschutz und man sollte die Pfade nicht verlassen, um in den Felsen herumzuklettern. Impossant leuchten die rötlichen Felsen von Scandola in der Abendsonne, dessen Anblick man am Abend in Girolata geniessen kann.

Unsere Reise ging schließlich weiter in die schon etwas größere Stadt Calvi. Nach kurzem Aufenthalt fuhren wir mit der Bahn von Calvi zurück nach Bastia, um nach Hause zu fliegen.

Zwei interessante und abenteuerliche Wochen lagen hinter uns.

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© Heidrun Saar