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Island

Die kleine Insel im Norden verdankt ihre Entstehung vulkanischen Aktivitäten, die bis heute unvermindert andauern. Im Gegensatz dazu sind weite Teile des Landes von mächtigen Gletschern überzogen, weshalb man Island auch als die Insel aus Feuer und Eis bezeichnet. Bewohnbar sind nur die schmalen Küstenstreifen, da das kahle und rauhe Hochland fast ausschließlich aus Geröllwüsten besteht.

Island erreicht man am schnellsten über den internationalen Flughafen in Keflavik in der Nähe der Hauptstadt Reykjavik. Ca 500.000 Einwohner hat Island, von denen rund 250.000 in der Hauptstadt leben. Reykjavik ist eine moderne Metropole, die ungehindert wuchert und sich bereits über ein sehr großes Terrain erstreckt. Einzige Landverbindung zu anderen Orten Islands ist die Ringstraße entlang der Küste um die gesamte Insel.

In den Sommermonaten, Ende Juni bis Anfang September, gibt es sehr viele Busverbindungen über die Ringstraße in andere Landesteile und auch über das Hochland.

Island ist sehr sehr teuer, weshalb man sich für Touren im Hochland durchaus schon zu Hause mit Verpflegung für unterwegs eindecken sollte. Und die braucht man auf den einsamen mehrtägigen Touren auf alle Fälle.

In der letzten Juliwoche kann man noch die Mitternachtssonne erleben. Praktisch geht die Sonne nicht unter und es ist morgens um 2 Uhr immer noch so hell, daß man im Zelt lesen kann. Zwei Wochen später ist es dann um 22 Uhr schon dunkel.

Der Jökulsa-Trekk

Von Raykjavik aus erreicht man über die Ringstraße die größte Stadt im Norden, Akureyri mit 30.000 Einwohnern. Von dort geht es über die Ringstraße weiter nach Husavik und schließlich Asbyrgi, dem Ausgangspunkt des Trekks. Der Trekk folgt dem großen Canyon des Jökulsagletscherflusses bis zum mächtigen Dettifoss, wo sich die Wassermassen der Jökulsa 44 Meter in die Tiefe stürzen. Insgesamt fünf Fallstufen der Jökulsa kann man unterwegs bestaunen. Vom Dettifoss nahmen wir den Weg über ein riesiges Lavafeld zum Myvatn (Mückensee). Der gesamte Trekk dauert ca. vier bis fünf Tage. Für das Gebiet des Dettifoss bis zum Myvatn muß genügend Trinkwasser mitgenommen werden, denn es gibt unterwegs keine Quellen mehr.

Das Gebiet um den Myvatn ist vulkanisch sehr aktiv. Solfataren und heiße Quellen kennzeichnen das Umland und einige geothermale Kraftwerke arbeiten in der Nähe.

Vom Myvatn über Akureyri kann man die interessante und kürzeste Fahrt (im Vergleich zur Ringstraße) durchs Hochland in den Süden der Insel nehmen. Ab September werden allerdings die Hochlandpisten wieder geschlossen.

Der landschaftlich schönste Trekk ist der Laugavegur von Landmannalaugar nach Porsmörk, der ebenfalls vier bis fünf Tage in Anspruch nimmt.

Der Laugavegur-Trekk

Man beginnt den Trekk entweder in Landmannalaugar nach Porsmörk oder in umgekehrter Richtung von Porsmörk nach Landmannalaugar. Beide Punkte, Landmannalaugar und Porsmörk werden in den Sommermonaten von Hochlandbussen angesteuert.

Man bewegt sich auf dem gesamten Trekk in landschaftlich sehr reizvollem und abwechslungsreichem Gelände, wobei es ständig auf und ab geht. Das Gebiet um Landmannalaugar (heiße Quellen der Männer vom Land) ist vulkanisch aktiv und so brodeln überall heiße Quellen, so daß man sogar in Landmannalaugar in einem warmen Fluß schwimmen kann.

Landmannalaugar bietet ein paar Schutzhütten und Campingmöglichkeit. Verpflegung muß jeder selbst dabei haben. Auf dem Trekk unterwegs gibt es nur sehr kleine unbewirtschaftete Schutzhütten, so daß ein Zelt schon ins Gepäck gehört. Der gesamte Trekk ist markiert durch kleine Holzpfähle im Boden. Aber Vorsicht bei Nebel in den Bergen, denn die Abstände der Markierungen sind oft sehr groß und der Weg, vorallem über große Schneefelder, nicht immer leicht zu erkennen.

Ein paar eisige Gebirgsflüsse muß man queren, aber inzwischen gibt es an den gefährlichsten Stellen einfache Holzbrücken.

Porsmörk (das Paradies) ist eine grüne Oase inmitten der kahlen, rauhen, streckenweise aus Geröllwüsten bestehenden Landschaft. Am Campingplatz in Porsmörk kann man sogar die nordische Sauna genießen und die Tour in Ruhe ausklingen lassen.

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© Heidrun Saar