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Island 1999 unternahmen wir Ende Juli - Anfang August zwei Trekkingtouren durch Island, der Insel aus Feuer und Eis. Zum einem die Tour entlang des Jökulsa-Canyons im Norden und zum Anderen die Tour des Laugavegur im Süden. Für beide Touren benötigten wir jeweils ca. eine Woche. Von Reykjavik ging es zunächst per Bus auf der Ringstraße in den Norden nach Akureyri, der größten Stadt im Norden mit 30.000 Einwohnern. Von dort über den kleinen Walfangort Husavik nach Asbyrgi, zum Ausgangspunkt der Tour. Entlang des Jökulsa-Canyons gibt es ein paar Zeltmöglichkeiten auf einer Wiese, letzte in Hafusstadir, aber ohne Ausstattung und Verpflegungsmöglichkeiten. Zelt, Verpflegung und Wasservorräte sind deshalb unbedingt mitzunehmen.
Ziel war der mächtige Dettifoss am Ende des Canyons, dessen graue Gletscherwassermassen in die Tiefe stürzen. Von dort wanderten wir über riesige Lavafelder bis zum Myvatnsee (Mückensee). Spätestens ab Hafusstadir sind genügend Wasservorräte mitzunehmen, denn man bewegt sich ab dort nur noch ausschließlich in der Wüste der Hochebene und das trübe Gletscherwasser (Gletschermilch) der Jökulsa ist nicht genießbar. Wir folgten den riesigen erstarrten Lavamassen vom Dettifoss bis zum Myvatn. Im kleinen Ort Reykjahlid (nur ein paar Häuser) am Myvatn kann man sich wieder versorgen (kleiner Laden) und zelten. Die vulkanischen Aktivitäten der Erde kann man besonders gut im Gebiet des Myvatnsee sehen und erkunden. Es gibt ein paar geothermische Kraftwerke in diesem Gebiet und manch Interessantes zu entdecken. Über Akureyri besteht in den Sommermonaten die Möglichkeit, mit einem Überlandbus (einschließlich Reparatur und Reifenwechsel unterwegs) die Schotterpisten über das Wüstenhochland in den Süden zu nehmen. Ab September werden die Hochlandpisten wieder geschlossen. Die interessante "Schüttelfahrt" dauert mindestens acht Stunden, bietet aber atemberaubende Aussichten auf die mächtigen Gletscher Islands und auf die Berge und das Wüstenhochland. Den Gullfoss und Geysir Strokkur nahmen wir dabei quasi "am Rande" mit. Über den Ort Selfoss kann man mit einem Überlandbus den interessanten Punkt (Zeltplatz und Schutzhütte) Landmannalaugar (heiße Quellen der Männer vom Land) erreichen, dem Ausgangspunkt für die zweite einwöchige Tour nach Porsmörk (Paradies).Von Landmannalaugar nach Porsmörk, den Laugavegur-Trekk, benötigt man etwa vier bis fünf Tage. Zelt und Verpflegung müssen dabei sein, denn es gibt unterwegs zwar ein paar Schutzhütten, aber keinerlei Bewirtschaftung.
Feuer und Eis spielen in diesem Gebiet eine ganz besondere Rolle. Überall brodelt die vulkanische Erde und zeigt zudem die "kalte Schulter", da man sich zeitweise auf über 1000 Höhenmeter bewegt. Eine in diesen Breiten schon klimatisch extreme Höhe. Einige eiskalte Gletscherflüsse sind zu queren, aber die gefährlichsten Stellen wurden vor ein paar Jahren mit einfachen Holzbrücken versehen (an besonders reißenden Flüssen und Canyons), so daß ein Teil der Gefahr gebannt ist. Porsmörk (das Paradies) erreicht man nach ca. vier Tagen. Dieses Paradies liegt geschützt in einer Senke am Fuße des Myrdalsjökull (Myrdalsgletscher) und wartet mit einer ungewöhnlich grünen Pracht auf. Kleine Krüppelbirken und Blumen säumen den Weg. Nach einer Hochlandtour auf kahlen Pisten, in Wüsten, auf Eis und Schnee tatsächlich das reinste Paradies! Ab Porsmörk gibt es wieder Verbindungen nach Reykjavik. Zwar keine Straße, aber es ist schon sehr interessant, wie die isländischen Busfahrer das Fahrzeug über die Schotterpisten und durch die Furten der reißenden Gletscherflüße steuern! Umkippen schon mal möglich!!! Aber keine Angst! Die Isländer sind sehr erfahren im Umgang mit ihrer rauhen Natur. |
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© Heidrun Saar |
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